Imagefilm-Produktion Schritt für Schritt: Der Ablauf von Erstgespräch bis Auslieferung
Wenn ein Kunde mich zum ersten Mal anruft, kommt fast immer dieselbe Frage: „Ist es ein Problem, dass wir noch nie einen Imagefilm gemacht haben?“
Nein. Im Gegenteil. Die meisten Unternehmen, die ich in Hamburg begleite, beauftragen ihren ersten richtigen Imagefilm. Genau deshalb schreibe ich diesen Text. Denn die größte Unsicherheit ist nicht das Format selbst. Es ist die Black Box dahinter. Was passiert eigentlich zwischen dem Moment, in dem du auf „Anfrage senden“ klickst, und dem Moment, in dem der fertige Film bei dir im Postfach landet?
Hier ist der Ablauf einer Imagefilm-Produktion, ehrlich beschrieben. Ohne Hochglanz, ohne PR-Sprache. Sechs Phasen, vom ersten Telefonat bis zum fertigen Imagefilm.
Die sechs Phasen im Überblick
- Erstgespräch (15 bis 30 Minuten)
- Strategie-Workshop (60 bis 90 Minuten)
- Drehbuch und Vorbereitung (etwa sieben Tage)
- Drehtag (8 bis 10 Stunden)
- Postproduktion (eine bis zwei Wochen, bis zu drei Korrekturschleifen)
- Auslieferung und Distribution
Gesamtdauer: zwei bis vier Wochen, je nach Umfang. Dein Aufwand als Auftraggeber: deutlich kleiner, als du vermutest. Dazu am Ende mehr.
Phase 1: Erstgespräch
Im Erstgespräch will ich am liebsten alle Entscheidungsträger gleichzeitig am Tisch haben. Wenn ich einmal erkläre, wie wir arbeiten, möchte ich das nicht über drei Wochen verteilt fünf Mal wiederholen. Wenn nur ein Geschäftsführer dabei ist, sitzt der danach in der Position, dem zweiten zu erklären, was wir in 30 Minuten besprochen haben. Das wird unscharf, das wird langsam, und am Ende kommt ein Stille-Post-Bingo dabei raus.
Vier Fragen stelle ich in jedem Erstgespräch:
- Beschreibe in zwei oder drei Sätzen, was deine Firma macht und wer deine Kunden oder deine Wunschmitarbeiter sind.
- Wie werden diese Kunden oder Mitarbeiter aktuell auf dich aufmerksam?
- Wie willst du den Film einsetzen, um mehr davon zu gewinnen?
- Habt ihr schon Erfahrung mit Foto- und Filmproduktion?
Aus den Antworten lese ich zwei Dinge. Erstens, ob ein Imagefilm überhaupt das richtige Format ist. Zweitens, ob wir zueinander passen. Wenn ich merke, dass ein anderes Format mehr Wirkung hätte, sage ich das offen. Dann verweise ich auch mal auf jemand anderen.
Imagefilm ist das richtige Format, wenn es darum geht, dein Unternehmen im Bewegtbild zu zeigen. Aus welcher Überzeugung heraus ihr arbeitet. Was euch antreibt. Welchen Pain Point ihr löst. Imagefilme leben von Authentizität, Drive und Begeisterung für das, was das Unternehmen macht. Wenn dein Ziel ist, andere zu begeistern, zu motivieren oder zu inspirieren, brauchst du einen Imagefilm. Wenn du nur eine schöne Fotostrecke willst, brauchst du einen Fotografen.
Phase 2: Strategie-Workshop
Hat das Erstgespräch grünes Licht ergeben, folgt der Strategie-Workshop. 60 bis 90 Minuten. Ziel: Wir verstehen dein Unternehmen so tief, dass am Ende eine Strategie steht, nicht nur eine Idee für ein Video.
Drei Dinge passieren parallel.
Erstens, wir gehen in die Tiefe. Was ist der größte Pain Point deiner Kunden? Was bringt euch am meisten Umsatz? Wo seid ihr stark, wo eher schwach? Wir verstärken, was schon gut läuft, und blenden aus, was nicht zur Botschaft passt.
Zweitens, wir zeigen unsere Methode. Mit welchen Säulen wir arbeiten und wie aus einem Workshop ein Drehbuch wird, ohne dass es nach Standard-Werbevideo klingt.
Drittens, wir machen den kompletten Prozess transparent. Wann wird gedreht, wann ist der Film fertig, wann kannst du ihn einsetzen. Keine Black Box, sondern ein klarer Zeitplan.
Was du nach dem Workshop in der Hand hast: eine vollständige Strategie inklusive Drehbuch-Idee und einer ersten Distributionsstrategie. Welche Kanäle bespielt werden, welche kürzeren Derivate aus dem Imagefilm entstehen. Das fertige Drehbuch ist das noch nicht. Aber alle Beteiligten wissen ab diesem Moment, in welche Richtung wir gehen.
Phase 3: Drehbuch und Vorbereitung
Zwischen Drehbuch-Abnahme und Drehtag passiert auf deiner Seite fast nichts. Auf unserer Seite umso mehr.
Wir besichtigen Locations. Wir holen die Crew an Bord, also Kamera-Assistenz, Produktions-Assistenz, bei Bedarf Tonmensch. Wir holen Drehgenehmigungen, falls eure Drehorte das verlangen. Drohnenflüge planen wir mit der dafür nötigen Genehmigungs-Routine, dafür haben wir über 400 Stunden Flugpraxis im Hintergrund, auch in innerstädtischen und sensiblen Bereichen.
Vorlaufzeit: in der Regel sieben Tage zwischen Drehbuch-Abnahme und Drehstart. Wenn es eilig ist, geht weniger. Optimal ist eine Woche.
Phase 4: Drehtag
Dauer und Crew
Ein Drehtag dauert bei uns 8 bis 10 Stunden. Das ist im Paketpreis enthalten, alles darüber hinaus zählt als Overtime.
Crew: zwei bis drei Personen. Kamera (in der Regel ich), Kamera-Assistenz, Produktions-Assistenz. Schlanker als das, was viele Auftraggeber erwarten.
Ablauf am Drehtag
Wir kommen an, wir bauen auf, wir legen los. Eine kurze Mittagspause. Wir versuchen, an einem Drehtag so viel wie möglich abzudrehen. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Jeder Mitarbeiter, der für euren Dreh seine Arbeitszeit opfert, soll am späten Nachmittag wieder in seinen Job zurückkehren können. Wir sind hier, um euch zu helfen, nicht um euren Tag zu blockieren.
Mitarbeiter, die noch nie vor der Kamera standen
Mitarbeiter, die noch nie vor der Kamera standen, sind ein eigenes Thema. Wir haben dafür einen festen Standard. In rund 99 Prozent unserer Drehs entsteht so ein wundervolles Ergebnis, auch wenn die Person vor dem Mikrofon noch nie eines getragen hat. Das Thema bekommt einen eigenen Blogbeitrag, weil es genug Substanz für einen eigenen Text ha
Phase 5: Postproduktion
Postproduktion heißt Schnitt, Farbkorrektur, Tonbearbeitung, Musiklizenzierung und bei Bedarf kleine Animationen.
Drei Korrekturschleifen
In unserem Paket sind drei Korrekturschleifen enthalten. Drei haben sich in den letzten Jahren als sinnvolles Maximum herausgestellt. Ich sage es immer wieder, weil es stimmt: Nach einem gewissen Zeitpunkt wird der Film nicht mehr besser, er wird nur noch anders. Wer das Limit immer wieder verschiebt, baut Frust auf, kein Endprodukt. Alles, was über drei Schleifen hinausgeht, rechnen wir stündlich ab.
Die häufigste Stolperfalle
Auftraggeber zerreden ihre eigenen Interview-Aussagen. Eine Aussage, die im Original klar, ehrlich und authentisch klingt, wird in der Korrektur durch Corporate-Deutsch oder Corporate-Englisch geglättet, bis sie nichts mehr sagt. Der Film verliert genau das, was ihn vom Werbespot der Konkurrenz unterscheidet.
Mein Rat dazu: Habt keine Angst, ein bisschen anzuecken. Mit dem richtigen Marketing schließt du die falschen Kunden bewusst aus. Das ist gut, nicht schlecht.
Phase 6: Auslieferung und Distribution
Am Ende bekommst du den fertigen Imagefilm in der Auflösung und in den Formaten, die wir in Phase 2 vereinbart haben. Wenn ihr Querformat für YouTube und Hochformat für LinkedIn und Instagram braucht, sagt es uns vor dem Dreh, nicht danach. Das spart Geld und rettet Aufnahmen, die im Schnitt sonst nicht mehr in das gewünschte Format passen.
Zusätzliche Versionen sind in fast allen Fällen sinnvoll. Aus einem 90-Sekunden-Imagefilm lassen sich zwei oder drei kürzere Schnitte für Social Media bauen. Wenn das im Vorfeld eingeplant ist, ist es eine kleine Erweiterung, kein neues Projekt.
Was du als Auftraggeber wirklich an Zeit investieren musst
Das ist die zweite Frage, die mir die meisten stellen. Die ehrliche Antwort: viel weniger, als du denkst.
- Erstgespräch: 15 bis 30 Minuten.
- Strategie-Workshop: 60 bis 90 Minuten, mit allen Entscheidungsträgern.
- Eventuelle Einblicke ins Unternehmen, falls wir Material brauchen.
- Drehtag: deine Mitarbeiter müssen vor Ort sein, je nach Rolle eine bis acht Stunden.
- Korrekturschleifen: einmal anschauen, Notizen geben, freigeben.
Mehr ist es eigentlich nicht. Wir nehmen euch bewusst so viel Arbeit ab wie möglich.
Was Auftraggeber meistens überschätzen
Eine Beobachtung aus über 500 Projekten: Auftraggeber unterschätzen den Ablauf selten. Sie überschätzen ihn ständig. Sie sehen Baustellen, wo für uns Routine ist. Drehbuch schreiben? Routine. Mit Mitarbeitern arbeiten, die noch nie vor der Kamera standen? Routine. Drehs auf großen Baustellen mit vielen Stakeholdern? Routine. Die richtigen Fragen stellen, um Pain Points zu verstehen? Genau das ist unser Kern-Job, deshalb gibt es uns.
Eine Szene, die ich nicht vergesse: Ich war als reiner Kameraoperator gebucht, eine Agentur war zwischengeschaltet, ich hatte mit Konzept und Briefing nichts zu tun. Mitten im Dreh stoppt der Kunde plötzlich die Kamera und sagt: „Moment mal, das ist doch gar nicht unser Problem, das ist doch komplett am Thema vorbei.“
Ich habe geschmunzelt und mir gemerkt, warum unsere 60- bis 90-Minuten-Workshops so wichtig sind. Ohne klare Aufgabe und klare Ausrichtung läuft jeder Film ins Leere. Egal wie schön die Bilder sind.
Wenn du jetzt anfangen willst
Wenn du in Hamburg sitzt und einen Imagefilm planst, schreib mir. In 15 bis 30 Minuten Erstgespräch wissen wir beide, ob wir zueinander passen und ob ein Imagefilm das richtige Format für dich ist. Mehr zu meiner Arbeit findest du auf der Seite zum Imagefilm Hamburg.
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